Schon der Name des Spiels – Underwater Cities – hört sich schon sehr spannend an und wenn man sich das Cover anschaut erst recht. Wow, das Spiel muss ich haben. So ungefähr war es, als ich mir das Spiel zugelegt habe. Da war es noch nicht in aller Munde. Mittlerweile sollte es in der Brettspielwelt bekannt sein, da es auf der Empfehlungsliste beim Anthraziten Pöppel von der Spiel des Jahres Jury auftaucht. Ich bin eigentlich nicht einer, der die Spiele blind kauft und sich überraschen lässt. Ich informiere mich über verschiedene Kanäle und lass mich überzeugen, dass man das Spiel unbedingt in seinem Regal stehen haben muss. Es gibt jedoch Ausnahmen. In diesem Fall möchte ich sagen zum Glück, denn das Spiel hat mich gepackt und mich mit in die Tiefe des Ozeans gezogen. Viele haben das Spiel mit dem grandiosen Spiel Terraforming Mars verglichen. Manche sagen es hat überhaupt nichts von dem Spiel. Ich sage, das Einzige was diese beiden Spiele vereint ist das Thema. Klar, das eine spielt auf dem Mars und hier sind wir unter Wasser, dennoch geht es hier um die Erschaffung von neuem Lebensraum für die Menschheit. Die Grundmechaniken sind total anders. Bei beiden Spielen geht es vorrangig um das Kartenmanagement, dennoch unterscheiden sie sich immens.

Front Cover Foto: Boardgamegreek

Ich habe das Spiel schon mehrere Male solo gespielt und in einigen dreier Partien. Es ist jedes Mal ein anderes Spiel. Es gibt verschiedene Spielertableus, wo man seine Unterwasser Nation aufbaut. Es kommen nicht alle Karten ins Spiel und die Aktionen ändern sich teilweise, wenn man es Solo bzw. zu zweit spielt oder wenn man es zu dritt bzw. zu viert spielt, da der Spielplan beidseitig bedruckt ist.

Back Cover Foto: Boardgamegreek

Die Geschichte

„Nachdem sich überbevölkerte Metropolen über die gesamte Erde ausgebreitet haben, erkennt die Menschheit, dass sie neuen Lebensraum auf dem Meeresboden schaffen muss. Tangfarmen liefern Nahrung, Entsalzungsanlagen liefern Trinkwasser. Labore liefern die Technologien, die für den Bau von eines Unterwassernetzwerks nötig sind“ So steht es in der Anleitung und das trifft es auf den Punkt.

Spielaufbau Solo Foto: Boardgamegreek

Spielmaterial

Wenn man bedenkt, dass das Spiel ca. 40€ kostet, haben wir ein tolles Material mit wenigen Abzügen in der B-Note. Die Spielertableus sind ähnlich dünn wie die von Terraforming Mars. Es stört nicht, aber wenn man sich die 3-layer Boards anschaut, die nun in der Erweiterung „Neue Entdeckungen“ mit dabei sind, dann möchte man diese nicht mehr missen. Die Karten sind schön illustriert, nur hat nicht jede einzelne Karte eine individuelles Bild erhalten. Viele Karten kommen mehrfach vor, nur die Kartenfarbe unterscheidet sich oder auch der Effekt der Karte. Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn es hier verschiedene Illustrationen auf den Karten gewesen wären. Von der Qualität her ganz OK, dennoch möchte ich diese persönlich mit Kartenhüllen schützen. Die Ressourcen und die Tunnel sind aus Pappe, hier habe ich mir vom BGG Store was schöneres besorgt was die Haptik angeht. Die Gebäuden haben unterschiedliche Farben und sehen aus wie Tabletten und die Städte sind kleine weiße (nicht symbiotische Städte) und rote (symbiotische Städte) Kuppeln, welche auch toll ausschauen unter Wasser.

Eine verbundene grüne Metropole mit dem Netzwerk Foto: Boardgamegreek

Spielmechanik

Im Grunde genommen ist es ein Worker Placement spielt. Mein platziert seine Worker, in diesem Fall sind es Plättchen mit farbigen Stahltüren und man macht seine Aktion. Der Kniff dabei ist, man muss jedes mal eine Karte ausspielen, passt die Kartenfarbe mit der Aktionsfarbe überein, darf man den Effekt auf der Karte ebenfalls ausführen. Es gibt insgesamt drei Aktions- und Kartenfarben, grün, rot und gelb. Ein Kartenlimit auf der Hand von drei, macht die Planbarkeit etwas schwierig. Diese kann man mit bestimmten Karten oder einer Metropole auch auf vier erweitern, welches auch sehr vom Vorteil ist. Stimmt die Kartenfarbe mit der Aktionsfarbe nicht überein, darf man nur die Aktion auf dem Spielplan ausführen, den Karteneffekt jedoch nicht. Man spielt insgesamt drei Ären, das entspricht 10 Runden. Nach einer Ära wird produziert und man erhält Ressourcen wie Credit, Tang, Stahlplastik, Wissenschaft und die wertvolle Ressource Biomasse, die zum bauen von Städte und Gebäuden auch als Joker genutzt werden kann und auch wichtig ist um die sybiotischen Städte (rote Kuppeln) zu bauen. Diese generieren bei jeder Produktionsphase zusätzlich 1 Siegpunkt. Das Kartendeck ist ebenfalls in drei Ären unterteilt. Die Handkarten stellen das Personal dar, das dir zur Verfügung steht. Diese haben verschiedene Effekte, einen sofort Effekt, einen dauerhafte Effekt, es gibt Aktionskarten, die man ein mal je Ära aktivieren kann, Produktionskarten und Schlusswertungskarten. Die in der Mitte liegenden Spezialkarten kann man über ein Aktionsfeld ebenfalls erwerben. Die 1&2 Credit Spezialkarten können einen starken sofort Effekt oder Produktionseffekt haben. Die 3 Credit Spezialkarten sind für die Endwertung wichtig und geben die Richtung an. Diese möchte man am ende so gut es geht erfüllen, um möglichst die meisten Siegpunkte zu bekommen. Sofern man die Spezialkarten beim nächsten Zug aus seiner Hand passend zur Aktionsfarbe ausspielt, muss man zusätzlich die Kosten 1-3 Credit bezahlen.

Die Endwertung in 6 Schritten Foto: Boardgamegreek

Spielende

Sobald man 10 Runden gespielt hat und die letzte Produktionsphase gemacht hat kommt es zur Endwertung und der Spieler mit den meisten Punkten, darf sich als erfolgreichste Unterwasser Nation bezeichnen.

Vor jedem Zug auf 3 Karten reduzieren. Immer eine schwierige Entscheidung Foto: Boardgamegreek

Solo

Im Solomodus ist das Ziel 7 Städte zu bauen und die 100 Pkt zu erreichen und das ist echt nicht einfach. Viele male probiert und einige male gescheitert.

Mit der Erweiterung sind noch einige neue Module hinzugekommen, womit man mit einem stärkeren Assistenten beginnt und sich anhand von Startplättchen einen bessere Start verschaffen kann. Nur leider wird das Ziel nun auf 125Pkt erhöht UND man beginnt bereits in der Runden 2. Ich sag’s euch, dass wird sogar nicht einfacher.

Meine Meinung

Ich finde es einfach großartig. Ich habe es ein wenig mit dem Wasser und mit dem Meer. Alle Spiele die irgendwas mit dem dem Meer zu tun haben liegen mir extrem gut. Sei es Nusfjord, Maracaibo oder auch Le Havre. Was soll ich sagen. Also kommen wir zum Spiel. Im Solomodus spielt sich das richtig gut. Man kann schön seine Aktionen planen in der Hoffnung, dass die richtigen Karten auf der Hand sind und versuchen das Optimum zu erreichen. Es ist schön anzusehen, wie sich die Nation immer mehr und mehr vergrößert und am Ende hat man sein Netzwerk unter Wasser und kann es mit Stolz bewundern… und ärgert sich wieder einmal, warum man die 100 Pkt oder 125 Pkt nicht erreicht hat, obwohl alles so gut schien. Zu zweit oder zu dritt macht es natürlich auch sehr viel Spaß. Im Mehrpersonenspiel kommen noch drei Regierungsaufträge ins Spiel, die man erfüllen kann. Es ist ein Wettlauf um die Erfüllung der Aufträge. Der Spieler, der einen Auftrag erfüllt, behält die Karte und profitiert sofort von ihren Vorteilen. Es fehlt immer an Ressourcen. Man möchte möglichst mit minimalen Aufwand, das Maximale erreichen. Bloß keine unnötige Aktion machen, die sind nämlich begrenzt, 30 an der Zahl. Das Kartenglück bei nachziehen ist bestimmt auch ein Faktor, aber es gibt viele Wege und Möglichkeiten um Siegpunkte zu generieren. Immer wieder gibt es knifflige Entscheidung, sei es bei der ständigen Wahl der Kartenhand oder aber auch wie man sein Netzwerk erweitert und wo man seine Gebäude und Städte platziert. Alles im allem ein tolles Eurogame mit fantastischem Thema.

Verlag: Delicious Games
Autor(en): Vladimir Suchy
Illustration: Uildrim und Milan Vavron
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 1-4 Spieler
Alter: ab 12 Jahren
Dauer: 80-150 Minuten
Die Spielregeln

Meine Bewertung: 10 von 10 Punkte

Bilder vom Spiel

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