Kurz bevor die Messe in Essen im Jahr 2018 begonnen hatte, wurde BLACKOUT HONG KONG angekündigt und alle waren erstmal Feuer und Flamme, denn der Autor des Spiels ist Alexander Pfister. Mittlerweile ein Garant für tolle Spiele wie ich finde. Unter seiner Ludographie stehen Spiele wie Great Western Trail, Isle of Skye und Mombasa. Jeder wollte sehen, was dieses Spiel zu bieten hat.

Cover Foto: Boardgamegreek
Cover Rückseite Foto: Boardgamegreek

Lang hat es nicht gedauert und durch die positiven Rückmeldung von vielen Rezensenten und vor allen Dingen dem guten Solo Manolo hat das Spiel auch in meiner Sammlung Einzug erhalten.

Die Geschichte

BLACKOUT HONG KONG besticht erstmal durch sein dunkles Aussehen, aber genau das ist ja was das Spiel thematisch liefert.

An einem Herbsttag 2020 gingen in ganz Hongkong die Lichter aus. Ein Stromausfall in Hongkong. Alles dunkel, nichts geht mehr, die Regierung ist mit der Situation überfordert, denn Sie bekommen den Strom nicht wieder zum laufen. Angestellte der Kraftwerke informieren, dass die Generatoren nicht wieder hochfahren und sie wissen nicht warum.

Der nächste Morgen bricht an und der Strom blieb immer noch weg. Unruhe kommt auf. Die Einwohner wollen das selbst in die Hand nehmen und gehen raus auf die Strassen um die restlichen Waren die noch verblieben sind zu sichern bevor das Chaos ausbricht. Unter den Einwohnern sind Spezialisten, die Ihre Erfahrung mit einbringen, wie Ärztin, Mechaniker oder Späher. Auch Politiker finden sich in Ihren Reihen und möchten so gut es geht unterstützen. Die Bezirke müssen erkundet werden, je mehr Helfer anwesend desto einfacher ist es Waren oder Werkzeuge zu finden. Unterstützen kann man die Erkundung mit spezielle GPS Geräte, aber nicht selten verletzen sich Helfer bei der Erkundung und müssen anschliessend das Krankenhaus aufsuchen. Sobald einzelne Orte eines Bezirks gesichert wurden, lässt sich die Lage etwas besser kontrollieren.

Immer mehr Helfer und Spezialisten aus der Nachbarschaft bieten sich an um die Aufgabe die man sich auferlegt hat zu unterstützen, für die Unkosten wollen Sie aber bezahlt werden.

Bezirke Foto: Boardgamegreek

Es fehlt an allen Ecken. Kliniken rufen herbei und wollen mehr Schmerzmittel haben für Ihre Patienten. Tankstellen müssen vor Plünderung beschützt werden. Lebensmittel müssen an die Hilfsbedürftigen verteilt werden. Vor allen dingen muss man sich an den Plan halten, den Notfallplan. Nur so lässt sich die Lage kontrollieren.

Spielüberblick

Eine Runde besteht aus 8 Phasen, die auf der Konsole übersichtlich von unten nach oben vermerkt sind. Jede dieser Phase wird von allen Spielerinnen ausgeführt, bevor die nächste Phase stattfindet.

Die Waren-Würfel bestimmen die Waren der jeweiligen Runde, können jedoch mit den Transportscheinen, die es uns erlaubt benachbarte Waren auszuwählen, auch andere Waren wählen. Mit den Karten können wir Waren erhalten oder auch Spezialfähigkeiten ausführen. Mit den gewonnen Waren können wir Ziele erfüllen und so neue Karten auf die Hand nehmen und Orte auf dem Spielplan belegen. Aufgaben können wir auch erfüllen, die uns weitere Aktionen in der letzten Phase ermöglichen, die Häckchenaktion.

Die Erkundung auf dem Spielplan in den jeweiligen Bezirken, ermöglicht uns die Erkundungsplättchen zu nehmen, dazu brauchen wir aber genug Erkundungspunkte, damit die Suche erfolgreich wird. Auf den Karten sind diese Erkundungspunkte angegeben. Die Suche lässt sich auch verstärken, mit einem GPS-Gerät ( 3 Erkundungspunkte ), mit Aufgabenkarten oder auch mit umgedrehte Erkundungsplättchen, die man ebenfalls auf verschiedensten Arten bekommen kann.

Neue Karten können wir aus der Auslage kaufen, die 2-5 HK Dollar kosten. Die Kosten richten sich nach der Anzahl an Karten in einer Reihe.

Haben wir alle Orte in einem Bezirk mit unserem Markierstein besetzt, können wir so den Bezirk mit einem Häuschen von unserer Konsole sichern und somit weitere Häckchenaktionen freischalten. Die Aktion bringt uns auch Siegpunkte, aber nicht nur uns, sondern auch den Mitspielern, wenn sie ebenfalls Orte dieses Bezirks belegt haben. Die Orte kann nämlich jeder Spieler besetzen. Da macht es manchmal schon Sinn Orte zu besetzen die mehrere Bezirke angrenzen.

Bei der letzten Phase können wir wieder Karten von einem Slot auf die Hand nehmen, jedoch von dem Slot wo die meisten Karten sind. Das ist taktisch schon recht raffiniert, denn hier muss man bedenken, welche Karten plane ich am Anfang wo ein.

Eine Farbkombination in beliebiger Reihenfolge in einem Slot ist auch wichtig um Ziele, einen weiteren Slot oder auch die Voraussetzung um Karten auf die Hand zu nehmen zu erleichtern, wichtig. Das bringt eine weitere taktische Raffinesse.

Spielende

Gespielt wird so lange, bis der Nachfüllstapel der Zielkarten (für die Auslage) leer ist und dann folgt noch eine komplette Runde. Wer am Ende die meisten Siegpunkte hat gewinnt das Spiel.

Siegpunkte bekommen wir durch Aufgabenkarten und Bezirke erschliessen während des Spiels. Die Anzahl an offenen Erkundungsplättchen, die wir gesammelt haben entsprechend der Tabelle. Jede Karte in der Hand und in den Slots geben uns Siegpunkte, die oben rechts auf der Karte angegeben sind.

Solo

Das Spiel verfügt auch über eine Kampagne mit 5 Kapitel, die Solo oder bis zu viert gespielt werden kann. Jedes Kapitel gibt ein Story wieder, wie die Lage in Hong Kong ist. Das macht alles etwas thematischer. Die Zielkarten (Nachfüllstapel) werden je nach Spieleranzahl angepasst. Jedes Kapitel hat eigene Siegbedingungen, wie z.B. habe einen Markierstein auf jeder Aufgabe eines Notfallplans und erreiche mindestens eine gewisse Siegpunktzahl. Da das Spiel sich relativ Solitär spielt ist es extrem gut Solo spielbar. Jede Partie ist spannend und man schafft es gerade so die Siegbedingungen zu erfüllen. Dann geht es um den Highscore, wie gut wir abgeschnitten haben.

Eines meiner Schätze in meiner Sammlung. Es ist schnell aufgebaut und in ca. 45 min gespielt. Auf BGG gibt es mittlerweile eine Fanmade Erweiterung der Kampagne, die noch mehr Spielspaß bietet.

Meine Meinung

Ich finde es klasse, dass der Autor Alexander Pfister mittlerweile den Solomodus mit in seinen Spielen integriert. Es macht immer wieder Spaß das Spiel auszupacken und die Kampagne zu spielen und besser zu werden. Die Würfel und die Erkundungsplättchen geben einen gewissen Glücksfaktor ins Spiel, welcher für mich völlig in Ordnung ist. Denn es macht Spaß zu schauen was sich unter den Plättchen befindet und thematisch macht es auch Sinn. Wir Erkunden einen Bezirk im Dunkeln.

Auf der Konsole sind die acht Phasen der Runde angeben und wir gehen von unten nach oben und handeln sie alle ab. Der Startspieler gibt den Takt vor und alle spielen nacheinander die einzelnen Phasen. Somit ist die Downtime recht gering.

Es ist ein Spiel welches nicht mit den verschiedensten Möglichkeiten überladen wird. Man hat seinen Plan was man machen möchte und darauf arbeitet man hin und versucht es besser als seine Mitspieler zu machen. Ich mag es sehr und freue mich auf jede weitere Partie.

Verlag: Eggert Spiele
Autor(en): Alexander Pfister
Illustration: Chris Quilliams
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 4 Spieler
Alter: ab 14 Jahren
Dauer: 75-150 Minuten

Meine Bewertung: 9 von 10 Punkte

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