Als wir das Spiel auf den Tisch bekommen haben, wurde erstmal herzhaft über den Namen des Spiels gelacht. Inspektor Nase ist schon irgendwie ulkig. Die Schachtel verspricht schon einiges: Teamwork für Klein & Groß! steht richtungsweisend für das Spiel auf die Schachtel gedruckt. Dann wollen wir mal sehen…

Inspektor Nase ist eine Neuheit aus dem Jahrgang 2021 vom Nürnberger Spielkarten-Verlag und ist ein kooperatives Spiel. Das Erste was mir beim Auspacken des Spiels auffällt sind die acht schön großen Würfel, die mit verschiedenen Symbolen bedruckt sind. Eine Leiter, eine Zange, ein Tunnel, Ballons und viele weitere. Von den 48 Symbolen gleicht keines dem anderen. Zudem gibt es 54 beidseitig bedruckte Bildkarten, 5 Zahlenkarten (1-5) und eine Hinweiskarte. Auf der Hinweiskarte platziert der Mitspieler, der die Rolle von Inspektor Hase übernimmt, gewürfelte Symbole mit denen er den anderen Spielern (den „Ermittlern“) versucht, die gesuchte Karte zu beschreiben.

Spielbeschreibung

Eine Partie geht über 5 Runden. In jeder Runden werden 5 Bildkarten ausgelegt und daneben die Hinweiskarte. Ein Spieler übernimmt die Rolle von Inspektor Nase und bekommt alle 8 Würfel und eine Zahlenkarte, die er sich im Geheimen anschaut. Anhand der Zahl weiß er nun welche Bildkarte gesucht wird. Während der Runde darf Inspektor Nase nichts sagen oder Andeutungen machen. Die Ermittler wiederum dürfen ihm ebenfalls keine Tipps geben oder auf Würfel zeigen.

Inspektor Nase nimmt sich aus dem Würfelpool zufällig 5 Würfel und würfelt, danach sucht er sich einen Würfel aus und legt diesen auf die Hinweiskarte. Mit dem Symbol auf dem Würfel möchte er so gut es geht auf die gesuchte Bildkarte hinweisen.

Die Ermittler können sich nun beraten und Theorien erstellen, zu welcher Karte das gelegte Symbol gehören kann. Anschließend müssen sie eine Karte aussortieren, die auf jeden Fall nicht die gesuchte Karte ist. Liegen die Ermittler falsch endet die Runde sofort. Liegen sie richtig nimmt sich Inspektor Nase die 4 übrigen Würfel und zusätzlich einen aus dem Würfelpool und würfelt erneut. Die Runde geht so lange weiter bis am Ende nur noch die gesuchte Karte übrig bleibt oder diese fälschlicherweise aussortiert wird. Alle zurecht aussortierten Karten bilden einen Stapel, denn diese geben am Ende die Siegpunkte.

In der 2. Runden wechselt die Rolle des Inspektor Nase. Es bildet sich ein neues Ermitterteam und fünf neue Bildkarten werden offen ausgelegt.

Nach der 5. Runde hat man im besten Fall 20 Karten zurecht aussortiert und darf sich Meisterdetektive nennen.

Fazit

Ich fange langsam an, kooperative Spiele mehr und mehr zu mögen. Einsteiger kann man mit solchen Spielen schnell begeistern und am Ende gewinnt oder verliert man gemeinsam. Inspektor Nase ist ein tolles Deduktionsspiel für Kinder und Erwachsene. In der Familie funktioniert es prima und es ist interessant zu sehen, wie sich die Ermittler über die gewürfelten Symbole beraten und auch versuchen, um die Ecke zu denken. Beispiel: Ich habe mal mit einer Lupe auf die Inlineskates hinweisen wollen, da die runde Lupe den Räder ähnelte. Es war zugegebenermaßen nicht der beste Hinweis, aber die anderen Symbole passten noch weniger. Leider wurde der Hinweis fälschlicherweise als „Beobachtung der Vögel“ gedeutet. So etwas kann natürlich öfters passieren. Dann hilft immer noch Hoffen, dass nicht die gesuchte Karte aussortiert wird.

Es macht einfach Spaß am Ende der Runde über die einzelnen Entscheidungen und Interpretationen der Symbole zu reden. Warum hat der Inspektor dieses Symbol ausgesucht und was wollte er damit sagen? Man diskutiert über verschiedenste Aspekte: über die Form des Symbols, die Farbe oder die Materialbeschaffenheit. Nicht zu vergessen sind die Würfel, die der Inspektor aus den fünf gewürfelten nicht ausgewählt hat. Auch daraus könnte das Ermittlerteam gute Hinweise ziehen. Das Radio nicht auszuwählen könnte darauf hindeuten, dass die Bildkarte mit einer Gitarre nicht die gesuchte Karte ist. Für die ausliegenden Bildkarten hätte ich mir kleine Plättchen mit der Zahl 1 bis 5 gewünscht, da Karten während der Runde aussortiert werden und somit die Anzahl der Karten sich verändert. Somit kommt es vor, dass man nicht mehr genau weiß welche nun die Karte Nr. 3 oder Nr. 4 ist.

Die Varianz im Spiel ist durch die 54 beidseitig bedruckten Bildkarten recht groß, zumal je Partie nur 25 Bilder ins Spiel kommen. Als kleines kooperatives Spiel für die ganze Familie macht Inspektor Nase alle mal eine gute Nase und wir werden es mit Sicherheit noch oft spielen.

Verlag: Nürnberger-Spielkarten-Verlag
Autor(en): Reinhard Staupe 
Illustration: Oliver Freudenreich
Erscheinungsjahr: 2021
Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
Alter: ab 7 Jahren
Dauer: 20 Minuten
Die Spielregeln

Vielen Dank an den Nürnberger-Spielkarten-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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